Überall Polizei Nirgendwo Gerechtigkeit

Tw: Darstellung von Polizeigewalt

Dieser Text wurde von einer/mehreren Einzelpersonen geschrieben und steht nicht für die gesamte Besetzung. Somit kann dieser Text auch nicht die gesamte Komplexität und möglichen Perspektiven darstellen, sondern ist ein subjektiver Eindruck. 
Dieser Text soll ein persönlicher Nachbericht zu der Tripod Blockade am Samstag den 05.06.2021 sein. Er dient Außerdem als Denkanstoß und solidarische Kritik für zukünftige Aktionen. 

Das Ziel der Aktion und des Tages war recht eindeutig und wurde offen verkündet. Der Autoverkehr in Trier wird lahmgelegt. Hierzu gab es eine angemeldete Fahrrad Demo und den Parking day organisiert von Menschen aus der Klimavernetzung Trier. Zusätzlich gab es auch eine unabhängig davon organisierte Straßen Blockade von ca. 20 Aktivist*innen mit einem Tripod. Alle Aktionen gemeinsam führten zu einem starken Verkehrschaos und waren eine “Invasion” In den sonstigen Normalbetrieb. Ich bin davon überzeugt, dass wir Mobilität und Verkehr neu denken müssen. Für mich ist es nicht die Lösung, einfach den Individualverkehr von Verbrennungs- auf Elektromotoren umzustellen. Dieses Konzept wurde an dem Tag massiv gestört, durch die Vielfältigen Aktionen und natürlich traf es auch viele Menschen, die eben auf das Auto angewiesen sind, da keine Alternativen geschaffen werden. Wir können nicht darauf Vertrauen, dass diese einfach so durch den Staat geschaffen werden, sondern es Bedarf hierfür Druck von unten. Während führende Politiker*innen leere Versprechen geben, werden immer weiter Straßen gebaut, Wälder gerodet und Autos subventioniert. All diese Kritik findet sich in unserer Straßenblockade direkt oder indirekt wieder. Wir hatten viele Inhaltliche Transparente und verteilten Informative Flyer an Passant*innen und Autofahrer*innen. 
Zu dem Punkt, dass ja die Gastronomie und kleine Geschäfte am meisten von unserer Blockade betroffen waren möchte ich mich nur kurz äußern. Auf einem Toten Planeten gibt es keine Arbeitsplätze. Unser Wohlstand ist auf Kosten anderer. Das es durch eine 2 stündige Blockade zu so einem Aufschrei kommt ist bezeichnend für unsere jetzige Situation und das fehlende Problembewusstsein einiger Menschen. 

Außerdem wurde die Angst, dass die Aktion dem Einzelhandel und der Gastronomie schaden würde, künstlich von Mitgliedern der CDU Trier und FDP Trier schon im Vorfeld hergeführt, wo noch nicht einmal bekannt war, dass es zu der Straßenblockade kommen würde. Die Fahrrad-Demo trug das Motto “Wir legen den Verkehr lahm”. Es scheint mir logisch, dass auch CDU und FDP verstehen, dass es durch eine Fahrrad-Demo höchsten zu ein paar Minuten Verzug im Auto-Verkehr kommt. Mitglieder dieser Parteien haben im Vorfeld eine Diskussion zu diesem bewusst provokant ausgewählten Slogan begonnen und gezielt Falschinformationen und Hetze verbreitet, sowie Ängste geschürt. CDU und FDP betreiben nichts weiter als Wahlkampf und hoffen sich so Stimmen von Einzelhändler*innen und Gastronom*innen zu bekommen. Mit dem Bewusstsein so legitimen Klimaprotest zu diffamieren. 

Ein Vorwurf, welcher im Nachgang zu der Aktion kam war der, dass wir Menschenleben gefährdeten, da Krankenwagen nur langsam am Tripod vorbei konnten. Das ist so auch erstmal richtig, jedoch gäbe es auch die Möglichkeit der Polizei, den Verkehr umzuleiten, was jedoch trotz mehrfacher Aufforderung nicht geschah.Langsam heißt aber, dass es nur zu sehr wenigen Sekunden Verzögerung kam. Zusätzlich gab es eine E-Mail an alle umliegenden Krankenhäuser und Feuerwehr Stationen, dass diese Strecke gemieden werden sollte. Trotzdem ließen wir so schnell wie möglich alle Krankenwagen durch und gerade anfangs war es die Polizei, welche einen Rettungswagen durch ihr unflexibeles Handeln blockierte. 
Die Polizei war von Anfang an sichtlich überfordert und wusste nicht, wie sie mit der Situation umgehen soll. Eine Verhandlung, ob die Blockade geräumt wird hat es nie gegeben, sondern nur den Satz: “Wir haben das jetzt eine Dreiviertelstunde geduldet, baut doch jetzt wieder ab”(frei Zitiert). Kommunikationsversuche unsererseits wurden abgelehnt, obwohl von Anfang an es Menschen gab, welche bereit waren, mit den Cops zu reden. Erstaunlich ist, wie im Nachgang das Gegenteil behauptet wird und einige Pressevertreter*innen das so abdrucken, ohne die andere Seite dazu zu nennen. Ich kann aber auch den Aktivist*innen aus der Aktion nicht verübeln, dass die Kommunikationsbereitschaft sinkt, wenn man einen solchen Satz von einem Ranghohen Polizisten zu hören bekommt: “Den Menschen vom Tripod werden wir so oder so räumen. Es ist mir egal, wenn der Mensch dabei runterfällt” (frei zitiert, Name des Polizisten ist bekannt).

Auch machten die Cops klar, dass ihnen unser Anliegen egal ist und falls sich Aktivist*innen während der Räumung verletzten sei das eigenverschulden. All das ist nichts Neues, zeigt jedoch ein weiteres Mal, auf welcher Seite die Polizei steht. Sie ist ein klarer politischer Akteur und handelt so, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse nicht gestört werden. Allerdings sind es genau diese, welche wir anprangern sollten. Als Teil der Klimagerechtigkeits Bewegung halte ich es für Notwendig zu Hinterfragen, wie unser Wohlstand zu stande kommt und jede Form von Ausbeutung an Mensch und Natur zu kritisieren. 
Bei der Blockade kam es wie es kommen musste. Nach etwas mehr als einer Stunde wurden die Menschen am Boden gewaltsam geräumt und weggetragen. Hierbei schreiben die Cops auch davon, dass eine Person Widerstand geleistet haben soll, was allerdings wiedereinmal nicht der Wahrheit entspricht. Desweiteren kündigten sie Ermittlungen und damit auch Repression gegen alle Beteiligten an, da es sich um eine nicht angemeldete Versammlung handele. Hierauf sollten wir gemeinsam Antworten, denn meist trifft die Repression nur einzelne, gemeint ist aber die gesamte Bewegung. 
Bei der Räumung setzte die Polizei nicht auf Kommunikation, sondern auf Gewalt. Sitzende und stehende Menschen wurden zu Boden gedrückt und einzelne in Handschellen abgeführt. Die Menschen, welche sich mit Sekundenkleber am Tripod festgeklebt hatten, wurden nicht medizinisch behandelt, sondern die Hände wurden auseinander gezogen. Die Person auf dem Tripod wurde nach knapp zwei Stunden dort runter geholt, jedoch war das auch hier äußerst unprofessionell und die Person erlitt geringere Verletzungen. Vier Menschen verweigerten die Personalien und wurden mit auf die Polizeistation gebracht. Während des gesamten Aufenthalts mussten einige Menschen die Handschellen anbehalten und der gesetzliche Anspruch in Gewahrsam auf essen und trinken wurde nicht erfüllt. Die letzte Person kam erst ca 4 Stunden nach der ingewahrsamnahme wieder raus. Vor der Wache standen einige Menschen die Gesa Support leisteten.

Hier fängt auch meine Kritik an. Sich mit den Betroffenen von Repression solidarisch zu zeigen halte ich für unglaublich wichtig, denn Solidarität ist unsere stärkste Waffe. Hier ist es wichtig die Menschen nicht zu vergessen, die die Aktion überhaupt ermöglicht haben, denn ohne den Menschen auf dem Tripod wäre die Blockade um einiges schneller geräumt worden. Es gab an dem Tag in Trier viele Aktionen, das sollte aber trotzdem nicht dazu führen, dass Menschen alleine der Repression ausgesetzt sind. Gerade die Einschüchterungen während und nach der Blockade durch die Polizei dürfen wir als Klimagerechtigkeits Bewegung nicht unkommentiert lassen. 
Zusätzlich kommt noch eine taktische Überlegung, da eben gerade das Mittel der Personalienverweigerung in kleinen Aktionen an seine Grenzen stößt und wir auch über neue und kreative Lösungen nachdenken sollten, die Repression so gering wie möglich zu halten. 

Zum Abschluss möchte ich noch ein kleines Fazit geben, was ich aus der Aktion mitgenommen habe und welche Ideen ich gerne weitergeben würde: 
Zum einen zeigt die Aktion, dass es gut und sinnvoll sein kann,  mehrere Aktionsformen miteinander zu kombinieren, gleichzeitig sollte diese Verknüpfung von Aktionsformen nicht dazu führen, dass sich einzelne zu viel für den einen Tag vornehmen, da eben auch Blockade und das Aufeinandertreffen mit der Polizei nicht spurlos an Menschen vorbei geht. Außerdem finde ich, zeigte der Tag, dass es nicht immer eine große Anzahl an Menschen braucht, um aktiv und direkt Protest zu leisten und spürbar zu sein. Mit etwas Vorbereitung können auch Kleingruppen sehr effektive Aktionen veranstalten. Gerade hier ist natürlich Vernetzung sinnvoll, aber eben auch aus Eigeninitiative aktiv zu werden. Ich finde es wichtig, dass Protest nicht nur symbolisch an einem Tag stattfindet. Wir haben nicht mehr die Zeit lieb Forderungen zu stellen. Es ist mehr als höchste Zeit zu handeln und das können wir nur selber tun. Deswegen schaut euch doch in eurem Freundeskreis um und überlegt, welche kreativen Aktionen ihr gemeinsam machen könnt. 

Unseren Widerstand muss unbequem sein, denn wer Straßen säht, wird Protest ernten! Besch Bleibt! 

 

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Sozial- und klimagerechte Mobilitätswende Jetzt! Autobahnbau stoppen! 🌎✊

Aufruf zur Beteiligung an den dezentralen Aktionstagen am 5./6. Juni 2021 

Gefunden auf der Homepage der Klimavernetzung Trier: http://klimavernetzungtrier.blackblogs.org/2021/05/28/mobilitatswende/

Der Verkehrssektor gehört zu den größten Klimakillern in Deutschland. Wir fordern deshalb eine konsequente sozial-ökologische Mobilitätswende, die sofort eingeleitet werden muss!

Die Mobilitätswende muss es ermöglichen, die Wege des Alltags weitgehend ohne Auto zu bewältigen. Dazu ist der motorisierte Individualverkehr zurückzudrängen und der Fuß- und Radverkehr, wie öffentliche Verkehrsmittel massiv auszubauen. Außerdem sind Alternativen zum Auto für den ländlichen Raum zu schaffen. Die Weichenstellung muss JETZT erfolgen. Heute noch Autobahnen und Bundesstraßen neu zu bauen ist aus ökologischer und sozialer Sicht nicht mehr zu akzeptieren.

Im Sinne des Klimavertrags von Paris und der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Klimagesetz fordern wir:

➔ Ein sofortiges Moratorium für Planungen und Baustellen von Autobahnen und Autostraßen!

➔ Der Bundesverkehrswegeplan muss gekippt und die geplanten Projekte müssen gestoppt werden!

➔ Die frei werdenden Gelder müssen zur Finanzierung einer sozial gerechten und ökologischen Verkehrswende eingesetzt werden!

➔ Für die Produktion von Autos braucht es dringend deutliche Beschränkungen für Neuzulassungen, beim Gewicht, bei der zulässigen Geschwindigkeit, beim Energieverbrauch und bei der produzierten Stückzahl insgesamt!

➔ In der Automobil- und Straßenbauindustrie wegfallende Arbeitsplätze sollten durch attraktive Stellen in einer neuen Mobilitätsindustrie ersetzt werden!

Eine Übersicht geplanter Aktionen findet ihr unter wald-stattasphalt.net/mobilitaetswendejetzt/

Das Programm für Trier:

Samstag:

🔥​​​​​​​ 15 Uhr Zwei Fahrrad-Demos ab Porta Nigra – Wir legen die Stadt lahm! 🚲🚲

🔥​​​​​​​ 17 Uhr Park(ing)-Day in der Rindertanzstraße – Parkplätze umgestalten! 🚫🚙

Sonntag:

🔥​​​​​​​ 12 – 16 Uhr “Tofuschnitzel”-Jagd im besetzten Wald gegen den Moselaufstieg – Treffpunkt: Bushaltestelle Wasserbilligerstraße, Zewen 🌳🌳🌳

Bitte haltet konsequent Abstand und tragt eine medizinische Maske!

Kurzbeschreibungen zu den Einzelnen Aktionen: 

Fahrrad-Demo: Am Samstag um 15 Uhr treffen wir uns mit Abstand, Maske und Fahrrad an der Porta Nigra. Dort teilen wir uns in zwei Finger, sprich zwei Gruppen auf.  Enden wird die Fahrrad-Demo beim Parkplatz in der Rindertanzstraße. Nehmt Plakate und Musikboxen mit!

Park(ing)-Day: Im Anschluss an die Fahrrad-Demo wird der Parkplatz in der Rindertanzstraße blockiert. Wir gestalten den Raum um und nehmen den Platz für Diskussionen zur Mobilitätswende. Beim Parking-Day gibt es ein Programm zum mitmachen. Bringt eure Wünsche für die Trierer Mobilitätswende mit!

“Tofuschnitzel”-Jagd: Am Sonntag gibt es selbst-geführte Rundgänge durch den besetzten Wald gegen den Moselaufstieg. Info-Material erhält man von 12 bis 16 Uhr an der Bushaltestelle Wasserbilligerstraße, Zewen. Entsprechend der dann geltenden Corona-Maßnahmen können x Menschen zusammen durch den Wald gehen, Natur genießen und gleichzeitig Wissen zum Moselaufstieg und zur Mobilitätswende erlangen.

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Alle Wälder bleiben

Gefunden auf der Homepage der Klimagerechtigkeitsgruppe Dezernat V aus Trier:

https://trierdezernatv.blackblogs.org/2021/05/31/alle-walder-bleiben/

Seit bald zwei Wochen ist der Wald zwischen Zewen und Igel besetzt. Der “Besch”, wie der Wald auf Trierisch genannt wird, ist gefährdet: seit Jahrzehnten planen Staat und Kapital dort den Bau einer Bundesstraße. Seit 2016 steht der “Moselaufstieg” bzw. die Westumfahrung wieder im Bundesverkehrswegeplan – und das sogar als Projekt mit höchster Priorität! 

Noch ist die Gefahr nicht akut – bis die Bagger anrollen, dauert es wohl noch ein paar Jahre. Gerade deswegen ist es wichtig, den Wald schon jetzt zu besetzen: noch ist offen, ob schon wieder uralte Bäume für eine uralte Politik fallen sollen. Genau jetzt ist der richtige Moment, um die Rodung wirklich zu verhindern und den Herrschenden klar zu machen: Wenn ihr roden wollt, werden wir hier sein. Also denkt nicht mal daran! Wir appellieren nicht an die Justiz, wir haben keine Forderungen an die Regierung, keine Bitten an die Politik. In den staatlichen Strukturen verlieren sich unsere Stimmen, unsere Botschaften verblassen und unsere Ideale werden verraten und verkauft. Im Staat wird es keine gerechten Lösungen geben. Deshalb machen wir auf unsere Weise klar, dass soziale und ökologische Mobilität keine neuen Straßen braucht. Wenn der Moselaufstieg wirklich gebaut werden soll, werden wir gemeinsam mit der ganzen Bewegung für Klimagerechtigkeit unseren Besch verteidigen – mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen. 
Es ist an uns, die Zukunft zu erkämpfen.

Dazu gehört für uns auch eine Verkehrswende: die Autos verstopfen die Städte, quälen sich durch enge Straßen und verpesten die Luft. Sie nehmen uns buchstäblich die Luft zum Atmen und verdrängen jedes Leben. Das Thema ist lokal wie kaum ein anderes. Wir brauchen vernünftige Radwege auf dem Alleenring, eine autofreie Zone in der gesamten Innenstadt, kostenlosen Busverkehr. Dennoch können und wollen wir diese Ziele nicht isoliert betrachten, denn das Thema ist global wie kaum ein anderes. Verkehrswende, das ist eine Frage der Lebensqualität in unserer Stadt. Verkehrswende, das ist eine Frage des Klimaschutzes. Verkehrswende, das ist auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Verkehrswende, das heißt für uns, den Status Quo radikal in Frage zu stellen. 
Veränderung und Freiheit entstehen aus kämpfenden Bewegungen. Wir müssen die Verkehrswende selber in die Hand nehmen! Deshalb belassen wir es nicht bei Solidaritätsbekundungen: Wir stehen Seite an Seite mit der Besetzung im Besch und den lokalen Kämpfen, genauso wie auch mit allen anderen Projekten, an denen Menschen von unten gegen Straßenbauprojekte aufbegehren. Sei es letzten Herbst im Dannenröder Wald, wo die längste Räumung in der deutschen Geschichte stattfand, oder im “Moni” in Sachsen-Anhalt, wo sich Aktivist*innen nicht nur gegen den Ausbau der A14, sondern auch gegen Nazis und Faschist*innen wehren müssen. Es gibt dutzende geplante Straßen, aber nirgends werden sie mehr ohne Widerstand gebaut. Von Bürger*innen-Initiativen über wütende Anwohner*innen bis hin zu Besetzungen, der Protest ist vielfältig und ihm gilt unsere Solidarität. Wir sind das Unkraut, das immer wieder kommt und wir sind überall!

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Solidarität mit #MoniBleibt!

Gefunden im Ende Gelände Infochannel.

Heute vor einem Monat wurde der Seehausener Forst besetzt. Der Wald befindet sich in der Altmark in Sachsen-Anhalt und soll für den Ausbau der #keineA14 gerodet werden. Die Waldbesetzung #MoniBleibt stellt sich sowohl dem Ausbau der A14, als auch dem Kapitalismus und dem Patriarchat in den Weg und versucht dabei, einen Freiraum für solidarische Menschen zu schaffen.

Seit dem Beginn der Besetzung kommt es jedoch regelmäßig zu Angriffen auf die Besetzung und die Lage spitzt sich immer weiter zu. Es gab mittlerweile mehrere Vorfälle, bei denen mit Äxten oder Baseballschlägern bewaffnete Neonazis im Wald auftauchten, Menschen bedrohten und randalierten.

Auch der Infoladen der Besetzung, welcher sich im Bahnhof Seehausen befindet, wurde bereits mehrmals Ziel von Angriffen. Letzten Freitag mobilisierte dort die AfD zu einer Kundgebung gegen die Besetzung. Seitdem nahm die Gewalt gegen die Besetzung zu. Es gab Hetzjagden auf Aktivisti, sowie einen Sprengstoffanschlag auf den Infoladen. Es wird außerdem damit gerechnet, dass es einen Tag X geben könnte, für den Neonazis einen organisierten Angriff auf die Waldbesetzung planen. In Sachsen-Anhalt stehen in zwei Wochen Landtagswahlen an. Der Wahlkampf & ggf. das Ergebnis können dafür sorgen, dass die Stimmung sich weiter aufheizt.

Um die Besetzung halten zu können, wünschen sich die Besetzer*innen zusätzliche Menschen im Wald, die länger als ein paar Tage bleiben und Erfahrungen mit Waldbesetzungen und/oder in der Auseinandersetzung mit Neonazis haben. Es gibt gute Vernetzung und Zusammenarbeit mit lokalen Antifas, um für Schutz zu sorgen. Den besten Schutz bieten aber viele Menschen. Solidarität ist unsere Waffe, jetzt wird sie im Moni gebraucht.

Für mehr Informationen, schaut gerne hier vorbei:
https://keinea14.de/
moni.blackblogs.org/
twitter.com/BleibtMoni
twitter.com/KeineA14

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Wichtig: Umgang mit Corona und Versorgung

Der Text gilt für das Skillshare.

Wir wollen uns vor Corona schützen.

Trotzdem wollen wir politisch aktiv sein.

Deshalb machen wir ein Skillshare.

Skillshare ist Englisch.

Skill heißt Fähigkeit.

Share heißt teilen.

Wir wollen eine Woche lang Wissen öffentlich teilen.

Um uns vor Corona zu schützen.

Halten wir uns an Regeln.

Die haben wir uns selber ausgedacht.

 

Regeln für Menschen, die nur für das Programm kommen:

  • Maske tragen
    • Es muss eine FFP2 oder OP-Maske sein.
  • Abstand halten zu der nächsten Person
    • Der Abstand ist mindestens 1,5 Meter lang.
    • Das sind etwa 2 Schritte Abstand
  • Rauchen NUR außerhalb der Besetzung
    • Mit mindestens 3 Meter Abstand zu der nächsten Person
    • Das sind 3-4 Schritte Abstand
    • Nicht auf den Boden aschen
  • Corona-Test machen
    • Es ist keine Pflicht.
    • Aber es ist eine dringende Bitte.
  • Selber Essen und Trinken mitbringen!!!
    • Auch selber Geschirr und Besteck mitbringen
    • Es gibt aus Hygiene-Gründen keine Möglichkeit die Küche oder die Spülstraße zu nutzen. 
    • Es gibt aus Kapazitäts-Gründen kein Essen für alle.
    • Kapazität heißt, dass wir keine Zeit und Kraft haben für alle zu kochen.
    • Es tut uns leid, dass wir da ausschließend sind, aber Corona und Kapazitäten geben es nicht her. Toll dass ihr trotzdem da seid!

Regeln für Menschen, die den Wald besetzen und länger bleiben: 

  • Maske
    • Es muss eine FFP2 oder OP-Maske sein
  • Abstand halten zu der nächsten PersonDer Abstand ist mindestens 1,5 Meter lang.
    • Das sind etwa 2 Schritte Abstand
  • Rauchen NUR außerhalb der Besetzung
    • Mit mindestens 3 Meter Abstand zu der nächsten Person
    • Das sind 3-4 Schritte Abstand
    • Nicht auf den Boden aschen
  • Corona-Test machen
    • Das ist eine Pflicht.
  • Nach Möglichkeit auch selber Essen mitbringen.
    • Irgendwas zu Essen wird aber vor Ort sein
    • Es ist noch unklar, wie die Versorgungs- Kapazitäten während der Woche sind
    • An Lebensmittel Beschaffung/ Verabeitung und weiteren Repro-Arbeit beteiligen
    • Repro-Arbeit meint zum Beispiel spülen oder aufräumen

So kannst du unterstützen: 

Wir brauchen:

  • Masken, Corona-Schnelltests
  • Lebensmittel zum kochen -> bitte nicht extra kaufen
  • Baumaterialien (v.a. Holz, Planen, Teppiche, Nägel) -> bitte nicht extra kaufen

Du kannst achtsam sein, dass…

  • das Corona-Konzept eingehalten wird.
  • das sich nicht Einzelne mit Repro- und Care-Arbeit überlasten.
  • das die Natur geachtet wird (z.B. nur auf Wegen laufen, Nachtruhe)

Oder einen Programm-Punkt anbieten.

Wir freuen uns auf dich!

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SAVE THE DATE: 24. bis 30. Mai – Skillshare in der Waldbesetzung Besch bei Trier

Wir bereiten uns gemeinsam auf eine mögliche Räumung vor:

🔥Die ganze Woche über gibt es Programm im Wald. Von einem Waldpaziergang, über Kletter-Skillshares oder einem Anti-Repressions-Workshop ist alles dabei! Einen Wald zu besetzen heißt auch Wissen zu teilen!

🔥Das aktualisierte Wald-Programm findest du hier: https://beschbleibt.blackblogs.org/skillshare-woche-24-bis-30-mai/wald-programm/ Auf der Homepage findest du auch die Wegbeschreibung, das Online-Programm und eine Packliste.

Kannst du einen Programmpunkt anbieten? Dann melde dich bei beschbleibt@riseup.net oder telefonisch unter 0153 89 45 519.

Jeden Tag werden Menschen zum kochen und aufräumen benötigt. Ohne Mampf kein Kampf. Wer am Skillshare teilnehmen möchte, sollte sich auch darauf einstellen Gemeinschafts- und Repro-Aufgaben zu übernehmen. 💪

Möchtest du im Wald schlafen? Wenn es möglich ist, dann bring bitte ein Zelt oder eine Plane mit. Wir haben zwar Schlafplätze in den Baumhäusern und Soli-Zelte, aber je nach Andrang sind es nicht genug für alle.🏕

Umgang mit Covid-19: Wir nehmen das Virus ernst und damit viele Menschen mitmachen können, halten wir außerhalb von Bezugsgruppen/ Haushalten Abstand und tragen eine Maske. Bitte lasst euch im Vorfeld auf das Virus testen. Außerdem führen wir eine Kontakt-Verfolgungsliste.

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Warum wir jetzt schon besetzen

Eine Einzelperson hat diesen Text geschrieben.

Nicht alle Menschen aus der Waldbesetzung haben die gleiche Meinung.

Es gibt keine Gruppen-Meinung.

Viele Meinungen sollen gehört werden.

Alle können einen Text schreiben.

Der Text wird dann veröffentlicht.

Warum wir jetzt schon besetzen

Es ist unklar wann der Moselaufstieg genau gebaut werden soll. Das ganze kann noch ein paar Jahre dauern. Dieser Text sammelt Gründe, warum die Besetzung trotzdem jetzt schon gestartet wurde.

Wir müssen nicht warten bis die „da oben“ Verhandlungen um den Moselaufstieg abgeschlossen haben, Verträge abgeschlossen sind oder im schlimmsten Fall die Bagger anrücken, um den Wald bei Zewen und Igel zu besetzen.

Denn wir nehmen die Mobilitätswende selbst in die Hand! Und zwar jetzt!

Wir wollen dass alle Verhandlungen SOFORT beendet werden. Warum sollte überhaupt weiter über das Bauprojekt gesprochen werden, wenn doch klar ist, dass der Moselaufstieg fatale und weitgehend sozial-ökologische Folgen haben wird?

Es ist in unser Grundrecht, dass auch heute die Zukunft von Morgen mitgedacht wird. Und genau dieses Grundrecht setzen wir uns mit der Waldbesetzung um!

Unsere Waldbesetzung steht auch solidarisch gegen die geplanten 850 km Autobahnausbau und den vielen weiteren Straßenbauprojekten aus dem Bundesverkehrswegeplan 2030. Wir fordern, dass alle Verhandlungen über jegliche Projekte fallen gelassen werden und dass begonnene Bauarbeiten unverzüglich gestoppt werden!

Da wir nicht daran glauben, dass dies unter der Führung von Politiker:innen geschehen wird, fordern wir die Menschen von unten und links direkt auf gegen Irsinn vorzugehen. Besetzt Wälder, gründet Bürger:innen-Initiativen, blockiert Autobahnen! Wehrt euch! Und passt auf einander auf. Empowert euch in Rechtlichen Fragen und schafft Erholungs-Strukturen.

Es ist wahnsinnig wichtig politische Freiräume zu haben, um Protest zu entfachen. Wie Unkraut sind nach der Waldbesetzung Danni überall neue Besetzungen entstanden. Menschen haben gelernt sich selbst zu ermächtigen. Politische Freiräume sind Keimzellen des Widerstands!

Kommt in die Waldbesetzung Besch, macht euch auf den Weg nach Nora219, Unser aller Wald, Moni, Kanti, Garni, Danni Camp oder sammelt das notwendige Wissen und schafft selbst einen Freiraum.

Und nicht nur der Widerstand wächst durch Freiräume. Freiräume ermöglichen Utopien von gemeinschaftlichem Leben auszuprobieren. Wir wissen noch nicht wie eine post-kapitalistische Gesellschaft letztendlich aussehen wird. Aber in Waldbesetzungen und anderen Freiräumen können wir Konzepte entwickeln und verwerfen. Heraus finden was gut für uns ist und was nicht. Wir können versuchen solidarische Strukturen aufzubauen und die Diskriminierungen in unseren Köpfen bekämpfen.

Wenn wir die Besetzung Besch erst kurz vor Beginn der Bauarbeiten starten würden, wäre dies nur noch ein symbolischer Akt. Immerhin wären wir dann ein Klotz am Bein der zuständigen Baubehörde und die Räumung würde viel Geld kosten, aber es ist viel unwahrscheinlicher ein Bauprojekt zu kippen, wenn schon alle Verträge abgschlossen sind. Dann ist das Interesse größer das Projekt auch tatsächlich umzusetzen. Ich will damit Protest kurz vor knapp nicht als sinnlos erklären, sondern aufzeigen, warum es für mich auch Sinn macht den Moselaufstieg auch jetzt schon zu verhindern.

Für mich ist eine Waldbesetzung ein Ort der mit Leben und Freude gefüllt werden sollte. Ein Ort der gewachsen ist und wo Menschen solidarischen Zusammenhalt finden. Waldbesetzungen sind auch Orte an den Menschen verletzt werden oder sich überarbeiten. Daran müssen wir dringend arbeiten! Ich will aber keinen Ort mit dem ich nur hektische und ungemütliche Tage der Räumung verbinde.

Mit der schon jetzt bestehenden Waldbesetzung will ich erreichen, dass sich auch jetzt schon noch viel mehr Menschen mit dem Wald solidarisieren und für sich einen Sinn erkennen den Moselaufstieg mit allen Kräften und Mitteln zu verhindern. Richtig, ich meine verhindern und nicht für eine kurze Zeit aufhalten.

Natürlich wünsche ich mir diese Solidarität für alle sozial-ökologischen Kämpfe von links und unten.

Protest ist besonders da legitim, wo er unbequem ist.

Wir sind viele! Und mit dir eins mehr! Alerta!

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+++ Forest occupation in Trier threatened with eviction +++

The forestry and public order office of Trier threatens to initiate an eviction, so we are preparing for day X. You can read our press release in the last blog article.

Be ready in the next weeks or come along now and help to prepare the forest in case of eviction. Directions: https://beschbleibt.blackblogs.org/mitmachen/anreise/

People on the ground can brief you with everything that needs to be done now and share knowledge about evictions.

We need support with building and climbing, but also people who are in the forest during the day and at night to give support from outside, for example by picking up people from police stations or cooking food for us in case of emergency.

If possible, please do a Corona quick test before arriving, keep minimum distance and wear a mask.

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+++ Waldbesetzung in Trier räumungsbedroht +++

Das Forst- und Ordnungsamt Trier droht, eine Räumung einzuleiten, deshalb bereiten wir uns auf Tag X vor. Im letzten Blogartikel könnt ihr unsere Pressemitteilung lesen.

Haltet euch in den nächsten Wochen bereit oder kommt schon jetzt vorbei und helft mit, den Wald räumungssicher zu machen. Anfahrt: https://beschbleibt.blackblogs.org/mitmachen/anreise/

Menschen vor Ort können euch einweisen mit allem was jetzt zu tun ist und Wissen über Räumungen teilen.

Wir brauchen Unterstützung beim Bauen und Klettern, aber auch Menschen die tagsüber und nachts im Wald sind und Unterstützung von außen geben, indem sie z.B. Menschen von Polizeiwachen abholen oder im Ernstfall Essen für uns kochen.

Bitte macht möglichst vor der Anreise einen Corona-Schnelltest und haltet euch an den Mindestabstand und ans Maske tragen.

Telegram/Twitter/Instagram @BeschBleibt

Waldhandy 0178 76 46 878
Pressehandy/Unterstützungsgruppe außerhalb vom Wald 01573 89 45 519
Ermittlungsausschuss (Rechtlicher Support) 0641 2010 99 546

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Pressemitteilung: Forst- und Ordnungsamt droht mit Räumung

Waldbesetzung gegen Moselaufstieg: Polizei droht mit Räumung

Das Protestcamp zwischen Zewen und Igel soll gewaltsam durch die Polizei beendet werden – Aktivist*innen fürchten Schäden am Wald

Trier, 18.05.21 – Am vergangenen Donnerstag haben Klimaaktivist*innen in dem bedrohten Waldstück vier Baumhaus-Plattformen errichtet. Nun haben Forst- und Ordnungsamt den Besetzer*innen ein Angebot gestellt: entweder wird das Wald-Camp eine offizielle Versammlung, ein Rechtsstatus, der mit harten Auflagen einhergeht und einzelne Versammlungsleitungen die Verantwortung für das gesamte Camp überträgt. Nehmen die Aktivist*innen das Angebot nicht an, droht ihnen eine Räumung durch die Polizei.

Aktivistin Moni Ziegler sagt dazu: “Wir machen uns angesichts einer bevorstehenden Räumung große Sorgen. In der Vergangenheit kam es durch fahrlässiges Handeln der Polizist*innen bei solchen Einsätzen immer wieder zu Verletzten.​ Auch befürchten wir, dass es bei der Räumung durch die Polizei zu Schäden an Bäumen kommt. Da das Gelände für Hebebühnen nicht geeignet ist, werden Einsatzkräfte direkt an den Bäumen hochklettern. Aus Erfahrung werden dabei Äste abgesägt und die empfindliche Rinde beschädigt.”

Trotzdem wollen die Aktivist*innen nicht zu einer offiziellen Versammlung werden. Das hieße unter anderem, den Wald nachts zu verlassen und die Bäume nicht mehr zu beklettern.

Moni Ziegler erklärt: “Wir wollen hier im Wald nicht nur gegen den Moselaufstieg protestieren, sondern auch demokratischere Formen des Zusammenlebens ausprobieren. Eine Versammlungsleitung, die alle Entscheidungsmacht über das Camp hat, widerspricht diesen Ideen. Wir besetzen den Wald, um zu signalisieren: wir sind widerständig und wir werden nicht zulassen, dass dieser Wald zerstört wird. Die Auflagen des Ordnungsamts sind für uns unhaltbar, die Androhung einer Räumung unverhältnismäßig. Deshalb sind wir jetzt schon hier und wir bleiben, auch auf den Bäumen, auch in der Nacht. Wir bleiben und schreien den Verantwortlichen ins Gesicht: denkt nicht mal daran, hier eine Straße zu bauen!

Jede Zwangsräumung bedeutet auch, dass etliche Menschen in den Wald kommen um die Besetzer*innen zu unterstützen. Für die Räumung von hohen Baumhäusern braucht es speziell ausgebildete Beamt*innen, die aus anderen Teilen des Landes anreisen müssten. Das bedeutet viele Kontakte, die es in der Corona-Pandemie zu vermeiden gilt und die dem Hygienekonzept der Besetzung widersprechen. ​​​​​​

Hintergrund der Aktion ist die geplante “Westumfahrung Trier”, besser bekannt als Moselaufstieg. Im Bundesverkehrswegeplan von 2016 ist das Bauprojekt als “vordringlicher Bedarf” eingestuft. Die Bundesstraße soll mitten durch ein geschlossenes Waldgebiet führen. Bereits seit 40 Jahren regt sich in Bürger*innen-Initiativen Widerstand gegen den Bau.

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